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Hologramme- Mai 2025

Autorenbild: stolzbaerbel
stolzbaerbel
5. Okt.
3 Min. Lesezeit

Physik, Hoffnung und das Wissen, dass nichts verloren geht. Nicht mal du.

Was, wenn die Welt ein Hologramm ist – und jeder unserer Schritte ein Abdruck im Teppich der Zeit?

Neulich habe ich über die neuesten Forschungen in der Astrophysik gelesen. Hologramm, Gravitation, Raumzeit – klingt wie ein Physiktest, den ich nicht bestanden hätte. Ich habe den Artikel sehr oft gelesen, weil es mich wirklich interessiert hat und ich es gerne verstehen wollte. So langsam hab ich´s glaube ich. Okay,pass auf.

 

Die Physik hat zwei Lieblingsgeschichten:Schwerkraft, Raum und Zeit – das ist die von Einstein. Einstein hat ja gesagt: Raum und Zeit sind wie ein Teppich, der sich unter schweren Dingen wie Planeten wölbt.Die andere beschreibt das kleinste Flirren von Teilchen, alles passiert in winzig kleinen Häppchen – das ist die von der Quantenwelt.Beide Geschichten sind großartig, aber sie streiten sich. Sie passen nicht zusammen. Wie zwei Wahrheiten, die nebeneinander existieren – und sich doch nicht berühren. Die Kosmologen stehen also da wie beim Versuch, IKEA-Anleitungen mit Origami zu verbinden.

Jetzt gibt es die Idee: Vielleicht ist alles, was wir erleben – Raum, Zeit, Liebe, Wut, kaputte Waschmaschinen – nur die Projektion einer anderen, flacheren Realität. Also wie ein Hologramm auf deinem Kreditkartenchip. Hübsch schillernd, aber nicht echt. Oder doch echt – aber eben anders.

Wenn das Universum ein Hologramm ist – heißt das, die Realität ist eine optische Täuschung? Das wär eigentlich manchmal ein sehr tröstlicher Gedanke :-) Alles nicht echt, sondern nur ein Gimmick im YPS-Heft des Universums. Wie die Urzeitkrebse, die ich früher hatte, oder die klebrige Hand. Lustig, bisschen eklig, geht schnell kaputt…. Nee, sorry. So einfach ist es wohl auch wieder nicht.

In so einem Hologramm steckt jeder Teil im Ganzen und das Ganze in jedem Teil. Das klingt fast romantisch – und ist es vielleicht auch. Wenn ein Hologramm zerspringt, kannst du im kleinsten Splitter das ganze Bild sehen. Auch in dir, in jedem deiner kleinsten Teilchen steckt das ganze. Das heißt: Du bist das Universum. Ein bisschen. Und es ist in dir. Auch ein bisschen. Wie ein Glas, das zerbricht – und doch spiegelt jeder Splitter noch das ganze Licht.

Aber warte, es wird noch besser. 2016 haben Physiker Gravitationswellen gemessen. Also Wellen im Raum selbst. Als ob jemand auf den Teppich (siehe oben) draufgesprungen ist – und es hat gewackelt.Und diese Wellen lassen Spuren zurück. Für immer.Der Raum „vergisst“ nicht, was passiert ist. Es bleibt eine Delle im Teppich der Realität.

Wenn also Raumzeit ein Gedächtnis hat, dann bedeutet das:

Auch deine Handlungen hinterlassen Spuren. Vielleicht nicht in der Abendzeitung. Aber im Universum. 

Das Universum vergisst nichts – da sind Christkind und Nikolaus ein Witz dagegen, im Buch des Universums ist ALLES drin. Es gibt aber keine Belohnung und Bestrafung - jedenfalls nicht unmittelbar, wie: „dieses Jahr warst du zweimal frech und siebenmal lieb, dafür kriegst du eine Tafel Schokolade und räumst die Spülmaschine aus. Und dann ist wieder gut.“ Nee, alles bleibt und malt mit am großen Bild. Große Macht, große Verantwortung, würde Spidermans Onkel sagen, und recht hat er. Auch wenn wir keine Netze schießen können.

Ich finde, das ist eine schöne Vorstellung. Das bedeutet nicht, dass du etwas Großes leisten musst, sondern: Was du tust, zählt. Irgendwo. Irgendwann. Immer.Ein nettes Wort, ein dummer Fehler, ein Kuss, ein Wutanfall – das alles bleibt, als feiner Abdruck in der Raumzeit.Nicht um dich zu beurteilen, sondern um zu zeigen: Du warst da. Du hast gewirkt.

Vielleicht sind wir nicht klein, sondern das große Ganze - in klein.Vielleicht ist alles, was wir tun, ein Pixel im großen Bild.Und vielleicht kann ein einziges aufrichtiges Lächeln – ein echtes – ein kleines Bisschen Welt retten.Oder zumindest ein paar Gramm Schwerkraft aufhellen.

Das heißt: Nichts ist umsonst. Nichts vergeht spurlos.Nicht das Lächeln, das wir verschenken.Nicht der Schmerz, den wir durchleben.Nicht der Satz, den wir zu jemandem sagen – oder nicht sagen.

Vielleicht sind wir nur Hologramme.Aber wenn ja, dann sind wir wunderschöne, leuchtende, sich bewegende Abbilder einer Geschichte, die größer ist als wir.Und unsere Taten, unsere Gedanken, unsere Liebe – fließen ein in dieses große Ganze.

Wir verändern das Bild.Wir sind das Bild.

Malt was Schönes! Und versudelt´s mir nicht.


 
 
 

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